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Bibliographische Angaben zur Publikation

Berufliches Bewältigungsverhalten bei Rehabilitanden - Erprobung des psychodiagnostischen Verfahrens AVEM im Bereich der Rehabilitation

Vortrag auf dem Vierzehnten Rehabilitationswissenschaftlichen Kolloquium vom 28. Februar bis 2. März 2005 in Hannover



Autor/in:

Heitzmann, Berit; Olbrich, Dieter


Herausgeber/in:

Verband Deutscher Rentenversicherungsträger (VDR)


Quelle:

Deutsche Rentenversicherung, 2005, Sonderausgabe, Seite 449-450, Bad Homburg v. d. H.: WDV Wirtschaftsdienst


Jahr:

2005



Abstract:


Psychologische Verfahren werden schon seit Jahrzehnten herangezogen, wenn es darum geht, die gesundheitsrelevanten Auswirkungen beruflicher Tätigkeit zu erfassen.Traditionell konzentriert man sich dabei auf die Erfassung von Belastungseffekten in Form von psychischen und körperlich-funktionellen Beeinträchtigungen. Eine solch symptomorientierte Erfassung ist durch ein Herangehen im Sinne des salutogenetischen Ansatzes (Antonovsky, 1987) zu ergänzen, mit dem die Frage nach den individuellen und sozialen Ressourcen, Hilfen und Schutzfaktoren für die gesundheitsförderliche Bewältigung der Anforderungen in den Vordergrund tritt. Den betroffenen Menschen wird somit eine aktive Rolle bei der Mitgestaltung ihrer Beanspruchungsverhältnisse zugesprochen.

Mittels des von Schaarschmidt und Fischer entwickelten psychodiagnostischen Verfahrens AVEM werden unterschiedliche persönliche Bewältigungsmuster in der Auseinandersetzung mit dem Beruf erfasst. Die Validierungsergebnisse sprechen für die hohe Gesundheitsrelevanz dieser Differenzierung. Es gilt nunmehr, die Leistungsfähigkeit des AVEM für rehabilitationsbezogene Fragestellungen auszuweisen, sowie weitergehende Erkenntnisse über die angemessene Individualisierung von Rehamaßnahmen zu gewinnen.

Es wurden mehr als 900 Rehabilitanden der Indikationsbereiche Psychosomatik, Orthopädie und Herz-Kreislauf-Erkrankungen im Rahmen der Eingangsdiagnostik (T1) umd zum Behandlungsabschluss (T2) zu ihren Verhaltens- und Erlebensweisen in Bezug auf die berufliche Tätigkeit, gesundheitliche Beschwerden sowie ihre Zufriedenheit mit dem Rehabilitationsprogramm befragt.

Zum Rehabeginn können bei Vergleich der drei Indikationsgruppen deutliche Unterschiede in den Risikoanteilen beziehungsweise in den Dimensionen des arbeitsbezogenen Verhaltens und Erlebens nachgewiesen werden. Es lassen sich aber auch indikationsübergreifende Befunde ausmachen. So sind generell deutlich eingeschränkte Ressourcen im Bereich beruflichen Bewältigungsverhaltens zu konstatieren, wobei sich die ungünstigsten Werte für Psychosomatik-Patienten nachweisen lassen.

Der Nutzen des Verfahrens AVEM für rehabilitationsbezogene Fragestellungen kann einwandfrei festgestellt werden. Neben wichtigen Erkenntnissen, die für die Gesamtgruppe der Rehabilitationspatienten gewonnen werden konnten, lassen sich mittels des AVEM auch individuelle Interventionserfordernisse ableiten.

Aktive Bewältigungskompetenzen werden im Rahmen des stationären Rehabilitationsaufenthaltes noch zu wenig gefördert. Hier aber muss ein besonderer Schwerpunkt der Intervention liegen, sollte doch die Rehabilitation der Wiederherstellung beziehungsweise Erhaltung der beruflichen Leistungsfähigkeit dienen. Dazu ist es erforderlich, dass die Rehabilitanden motiviert und mit gestärkten Kompetenzen in ihren Alltag und an ihren Arbeitsplatz zurückkehren.


Weitere Informationen:


Schlagworte:
Informationen in der ICF:


Mehr zum Thema:


Sammelwerk 'Strukturierter Merkmalkatalog' | REHADAT-Literatur




Dokumentart:


Zeitschriftenbeitrag / Forschungsergebnis




Bezugsmöglichkeit:


Deutsche Rentenversicherung
Homepage: https://www.deutsche-rentenversicherung.de/DRV/DE/Ueber-uns-...

Um Literatur zu beziehen, wenden Sie sich bitte an Bibliotheken, die Herausgeber, den Verlag oder an den Buch- und Zeitschriftenhandel.



Referenznummer:

R/GL135946


Informationsstand: 11.04.2005

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