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Bibliographische Angaben zur Publikation

Sozialmedizinische Realität nach einer stufenweisen Wiedereingliederung bei Patienten mit komplexen psychischen und psychosomatischen Störungen

Vortrag auf dem Vierzehnten Rehabilitationswissenschaftlichen Kolloquium vom 28. Februar bis 2. März 2005 in Hannover



Autor/in:

Rüddel, Heinz; Anton, Eleonore; Meures, A. [u. a.]


Herausgeber/in:

Verband Deutscher Rentenversicherungsträger (VDR)


Quelle:

Deutsche Rentenversicherung, 2005, Sonderausgabe, Seite 443-444, Bad Homburg v. d. H.: WDV Wirtschaftsdienst


Jahr:

2005



Abstract:


Die stufenweise Wiedereingliederung (STWG) von Patienten mit langer Arbeitsunfähigkeit ist eine als wichtig angesehene Möglichkeit zur Reintegration in die Arbeitsrealität nach einer medizinischen Rehabilitationsmaßnahme. In der psychosomatischen Rehabilitation kommt der STWG eine besondere Bedeutung zu, da bei diesen Patienten oft sehr lange Arbeitsunfähigkeiten vor Beginn der Rehabilitationsmaßnahme vorliegen und die Wiederaufnahme der Arbeitstätigkeit ein wichtiger Aspekt in der besonders günstigen Kosten-Nutzen-Analyse der psychosomatischen Rehabilitationsmaßnahme ist.

Untersucht wurde von den Autoren in einer Katamnese (sechs Monate nach Entlassung) bei 72 Patienten, die im Jahre 2003 mit einer stufenweisen Wiedereingliederung aus der psychosomatischen Reha-Maßnahme entlassen wurden, wie die tatsächliche Realisierung der STWG erfolgte und mit welcher sozialen Konsequenz die STWG abgeschlossen wurde.

Bei allen Patienten erfolgte die STWG unmittelbar nach Entlassung aus der medizinischen Rehabilitation. Die Mehrheit der Patienten hätte lieber einige Tage Zeit zwischen Entlassung und Beginn der STWG. Bei 53 Prozent verlief die STWG exakt so wie geplant, bei 12 Prozent erfolgte eine Verlängerung um einige Wochen und bei 29 Prozent wurde sie vorzeitig beendet, da schneller als geplant Arbeitsfähigkeit eingetreten war. Bei den Übrigen kam es zu einer Verschlechterung der Symptomatik, so dass die Fortsetzung der stufenweisen Wiedereingliederung nicht möglich war.

Nach der Rehabilitation wurde eine deutliche Veränderung in der Bewertung der Arbeitszufriedenheit festgestellt. Sie wurde vor der Reha von 2,5 Prozent der Patienten mit der Note 1 und von 17 Prozent mit der Note 2 bewertet. Nach der medizinischen Reha lagen die Bewertungen mit Note 1 bei 12 Prozent und mit Note 2 bei 27 Prozent. Diese positive Veränderung wurde laut Berichte der Patienten ganz wesentlich durch die STWG bewirkt. In der medizinischen Reha verändertes Verhalten konnte langsam und stufenweise in den Arbeitsprozess mit einfließen. Verhaltensänderungen wurden von 56 Prozent der Patienten bei sich selbst festgestellt, ebenso wurden Verhaltensänderungen von Seiten der Kollegen und seitens der Vorgesetzten beschrieben.

Insgesamt deuten diese Daten darauf hin, dass in einem relativ hohen Prozentsatz die STWG den geplanten positiven Verlauf nimmt und somit diese konkrete Form des Wiedereinstiegs in die Arbeitsrealität bei Patienten mit chronifizierten psychischen und psychosomatischen Störungen ein wichtiger Bestandteil der medizinischen Rehabilitation ist.


Weitere Informationen:


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Informationen in der ICF:


Mehr zum Thema:


Sammelwerk 'Strukturierter Merkmalkatalog' | REHADAT-Literatur




Dokumentart:


Zeitschriftenbeitrag / Forschungsergebnis




Bezugsmöglichkeit:


Deutsche Rentenversicherung
Homepage: https://www.deutsche-rentenversicherung.de/DRV/DE/Ueber-uns-...

Um Literatur zu beziehen, wenden Sie sich bitte an Bibliotheken, die Herausgeber, den Verlag oder an den Buch- und Zeitschriftenhandel.



Referenznummer:

R/GL135943


Informationsstand: 11.04.2005

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