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Angaben zum Praxisbeispiel

Existenzgründung als Franchise-Partner im Bereich Datenservice für einen Einzelhandelskaufmann mit einer starken Gehbehinderung

Behinderung und Funktionseinschränkung des Mannes:

Der Mann hat, nach einem schweren Privatunfall mit zahlreichen Knochenbrüchen, eine starke Gehbehinderung. Beim Unfall kam es zu einer Schädigung der Ober- und Unterschenkel, des linken Hüftgelenkes, der Kniegelenke und des rechten Sprunggelenkes. Der Mann kann behinderungsbedingt nur kurze Strecken gehen und ist körperlich nur eingeschränkt belastbar. Der GdB (Grad der Behinderung) beträgt 80.

Ausbildung und Beruf:

Der Mann ist gelernter Einzelhandelskaufmann und arbeitete vor seinem Unfall bei einer Versicherung im Außendienst. Während seiner Tätigkeit als Versicherungskaufmann erwarb er umfangreiche Kenntnisse im Bereich der Hypothekenvergabe, der Datenverarbeitung und der Sachbearbeitung. Nach seinem privaten Unfall wurde er arbeitslos. Aufgrund der vorliegenden Behinderungen hatte er Probleme eine neue Anstellung zu finden, und er entschloss sich deshalb selbständig zu machen. Er bereitete sich durch den Besuch von EDV-Lehrgängen (Buchhaltung usw.) intensiv auf die geplante Unternehmensgründung vor. Während der Vorbereitungszeit finanzierte er den Unterhalt seiner Familie durch die Erhöhung der auf dem eigenen Haus lastenden Hypothek.

Weg in die Selbständigkeit:

Mit Hilfe des Integrationsamtes konnte der Mann seinen Plan, ein Büro zur Buchführungshilfe mit angeschlossenem Schreibbüro zu eröffnen, umsetzen. Zur Verminderung des Risikos wurde er Franchise-Partner und schloss sich einer Unternehmensgruppe im Bereich Datenservice an. Damit erwarb er eine erprobte und tragfähige Geschäftsidee und ein komfortabel geschnürtes Existenzgründungspaket mit folgenden Vorteilen:
- Nutzung einer eingeführten Dachmarke und eines einheitlichen Erscheinungsbildes mit hohem Bekanntheitsgrad,
- Verwendung eines langjährig bewährten Konzepts für Vertriebsstruktur, Werbung und betriebswirtschaftliche Organisation und
- Durchführung von Standortanalysen, Unterstützung bei der Einrichtung eines einheitlichen Bürokonzeptes sowie die Möglichkeit an Schulungs- und Weiterbildungsmaßnahmen des Franchise-Gebers teilzunehmen.

Die einheitliche Organisationsform ermöglicht eine problemlose Vertretung der Franchise-Nehmer untereinander sowie einen Kapazitätsausgleich. Selbständige Buchführungshelfer sind häufig als Subunternehmen für Steuerberater tätig oder erledigen direkt für andere Unternehmen, Gewerbetreibende oder Freiberufler die laufenden Buchführungsarbeiten, übernehmen die Lohnabrechnungen inkl. der Lohnsteueranmeldungen, erstellen Mahnlisten und Adressdateien. Das angegliederte Schreibbüro bietet Textverarbeitungen aller Art an und wird insbesondere als mobiler Schreibdienst eingesetzt. Auf Anraten des technischen Beraters des Integrationsamtes unterließ der Buchführungshelfer zunächst den Vollausbau des Büros sowie die Einstellung von Mitarbeitern, um das Risiko zu reduzieren. Je nach Durchsetzung des Unternehmens am Markt und dem erfolgreichen Abschluss von Dienstleistungsverträgen, kann später relativ risikolos der weitere Ausbau des Unternehmens bzw. Büros betrieben werden.

Förderung:

Da der Mann etwa 25% der Gesamtkosten aus Eigenmitteln aufbringen konnte, wurde ihm als Hilfe zur wirtschaftlichen Selbständigkeit vom Integrationsamt ein zinsfreies und in 8 Jahren zu tilgendes Darlehen in Höhe der Restkosten gewährt.
Darüber hinaus können schwerbehinderte Menschen vom Integrationsamt weitere finanzielle Leistungen zur beruflichen Teilhabe erhalten.
Sollte ein Existenzgründer Arbeitslosengeld I oder II beziehen, so kann auch eine Beratung und Förderung zur Selbständigkeit durch die Agentur für Arbeit erfolgen. In REHADAT finden Sie auch die Adressen und Tel.- Nummern der Integrationsämter und Agenturen für Arbeit.



Link:

REHADAT-talentplus zum Thema Selbständigkeit



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  • EFL - Schweregrad der Arbeit (Last/Herzfrequenz) /
  • EFL - Stehen (längeres/vorgeneigt/Rotation) /
  • ERGOS - Laufen (Gehen) /
  • ERGOS - Stehen /
  • ERGOS - aktuelle tägliche Dauerleistungsfähigkeit (Last/Herzfrequenz) /
  • IMBA - Arbeitszeit /
  • IMBA - Bein-/Fußbewegungen /
  • IMBA - Feinmotorik (Fußgeschicklichkeit) /
  • IMBA - Führungsfähigkeit /
  • IMBA - Gehen/Steigen /
  • IMBA - Stehen /
  • IMBA - physische Ausdauer (Last/Herz-Lungensystem) /
  • MELBA - Feinmotorik /
  • MELBA - Führungsfähigkeit


Referenznummer:

R/PB2873



Informationsstand: 16.06.2008