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Praxisbeispiel Wiedereingliederung für einen Bauingenieur bei einem Verkehrsunternehmen

Wo lag die Herausforderung?

Der Bauingenieur ist nach einem privaten Unfall auf den Rollstuhl angewiesen. Außerdem hat er seit her eine geringere Kraft in den Armen und Händen. Er arbeitete jeweils in einem Büro in der Hauptstelle und weit entfernten Außenstelle des Unternehmens. Beide Arbeitsplätze waren nicht behinderungsgerecht gestaltet, wobei durch das sehr lange Pendeln zur Nebenstelle zusätzliche Belastungen auftraten.

Was wurde gemacht?

Er wurde nach dem Unfall stufenweise wiedereingegliedert. Die Arbeit wurde so organisiert, dass er sie nur noch vom Arbeitsplatz in Hauptverwaltung aus erledigen kann. Den Arbeitsplatz erreicht er mit seinem auf Handbetrieb umgerüsteten Pkw ebenerdig über einen Parkplatz in der Nähe. Zur behinderungsgerechten Gestaltung wurde der Arbeitsplatz wie folgend ausgestattet:
- einer Spracheingabesoftware
- einem Trackball
- einem unterfahrbaren Arbeitstisch
- Armstützen
- Hilfsmitteln zur Sortierung und Archivierung von Papierdokumenten

Schlagworte und weitere Informationen

Die Kosten der medizinischen Rehabilitation wurden von der Rentenversicherung zur Wiederherstellung und dem Erhalt der Erwerbsfähig übernommen. Die Rentenversicherung förderte außerdem:
- die stufenweise Wiedereingliederung durch die Zahlung eines Übergangsgeldes,
- die behinderungsgerechte Arbeitsplatzgestaltung,
- die Anschaffung eines Autos durch einen Zuschuss und
- die behinderungsgerechte Kfz-Anpassung.
Die technische Beratung erfolgte im Rahmen der Amtshilfe durch den technischen Beratungsdienst des Integrations- bzw. Inklusionsamtes.
In REHADAT finden Sie auch die Adressen und Telefon-Nummern der Integrations- beziehungsweise Inklusionsämter und der Rentenversicherung.

Unternehmen:

Das Verkehrsunternehmen betreibt an mehreren Standorten Bus- sowie Bahnlinien und beschäftigt über 750 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.

Behinderung und Beeinträchtigung des Mitarbeiters:

Der Mann hat nach einem privaten Unfall eine Querschnittslähmung und ist auf die Nutzung eines Rollstuhls angewiesen. Die Funktion seiner Arme und Hände sind außerdem durch den Unfall eingeschränkt. Auf ebenem und befestigtem Untergrund kann er sich mit einem Greifreifen-Rollstuhl selbstständig fortbewegen. Der Mann hat einen GdB (Grad der Behinderung) von 100. Nach dem Unfall bzw. nach der medizinischen Reha wurde der Mann stufenweise wiedereingegliedert.

Ausbildung und Beruf:

Der Mann ist Bauingenieur und beim Unternehmen seit mehreren Jahren in leitender Position in der Bauabteilung für den Bahnbereich angestellt.

Arbeitsplatz und Arbeitsorganisation:

Er arbeitet als Fachbereichsleiter überwiegend in einem Büro an einem Bildschirmarbeitsplatz in der Hauptverwaltung des Unternehmens, das ebenerdig zu erreichen ist. Ein weiterer Arbeitsplatz bzw. Bildschirmarbeitsplatz befand sich ca. 51 km entfernt in einer Außenstelle, dort war er zwei bis drei Tage die Woche anwesend. Von beiden Arbeitsplätzen aus organisierte sowie leitete er die Fachabteilung mit seinen Beschäftigten. Bedingt durch die Beeinträchtigung der oberen Gliedmaßen konnten bestimmte Büromittel, wie der Kopierer außerhalb des Büros, die Akten, das Telefon und die Tastatur, nicht mehr oder nur noch bedingt genutzt werden.
Das Pendeln zur Außenstelle konnte durch organisatorische Maßnahmen (Meetings bei Bedarf in der Hauptverwaltung) und den erweiterten Einsatz der Technik (E-Mail, Rufumleitung des Telefons, Meetings per Computer bzw. Video) vermieden werden, so dass sich der Arbeitsplatz eigentlich nur noch in der Hauptverwaltung befindet. Der Arbeitsplatz dort wurde zur Kompensation der behinderungsbedingten Einschränkungen (Greifraum, Motorik, Armkraft usw.) mit:
- einer Spracherkennungssoftware mit Spracheingabe über ein schnurloses Headset,
- einer Einbindung an die Telefonanlage über das schnurlose Headset,
- einem Trackball als Mausersatz,
- Armauflagen zum Halten des Eigengewichtes der Arme,
- einem elektromotorischen Hefter sowie Locher zum Abheften von Schriftstücken für die Akten und
- einem kompakten Multifunktionsgerät zum Drucken, Scannen und Kopieren für den Arbeitstisch
ausgestattet.

Arbeitsumgebung und Mobilität:

Der Mitarbeiter erreicht die Hauptverwaltung mit einem auf Handbedienung (Bremse und Gas) umgebauten Pkw mit Automatikgetriebe. Für das Führen des Autos wurden entsprechende Auflagen von der Führerscheinstelle und dem TÜV gemacht. Zu seinem Arbeitsplatz gelangt er ebenerdig von einem für ihn ausgewiesenen Parkplatz in der Nähe des Einganges. Auf seiner Büroetage befindet sich auch ein bereits vorhandenes behinderungsgerechtes WC.
In REHADAT finden Sie auch Informationen zu den Themen Führerschein und Fahrerlaubnisverordnung sowie Fahrschulen für Menschen mit Behinderungen.

Eingesetzte Hilfsmittel - Anzeigen der Produkte:

Schlagworte

ICF-Items

Assessments - Verfahren und Merkmale zur Analyse und Bewertung

  • EFL - Gehen
  • EFL - Schweregrad der Arbeit (Last/Herzfrequenz)
  • EFL - Stehen (längeres/vorgeneigt/Rotation)
  • ERGOS - aktuelle tägliche Dauerleistungsfähigkeit (Last/Herzfrequenz)
  • ERGOS - Laufen (Gehen)
  • ERGOS - Reichen
  • ERGOS - Stehen
  • IMBA - Arbeitszeit
  • IMBA - Armbewegungen
  • IMBA - Gehen/Steigen
  • IMBA - physische Ausdauer (Last/Herz-Lungensystem)
  • IMBA - Stehen

Referenznummer:

Pb/110935


Informationsstand: 06.01.2022