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Stufenweise Wiedereingliederung
Zusammenfassung

Die Stufenweise Wiedereingliederung wird am häufigsten im Rahmen eines Betrieblichen Eingliederungsmanagements (BEM) genutzt, um Arbeitsunfähigkeitszeiten zu überwinden, wenn die erkrankten Beschäftigten und ihre Unternehmen damit einverstanden sind.

Während des allmählichen Wiedereinstiegs in den Arbeitsprozess sind die Beschäftigten weiterhin krankgeschrieben und erhalten Krankengeld von der Krankenkasse oder Übergangsgeld vom zuständigen Rehabilitationsträger.

Nachdem die letzte Stufe der Wiedereingliederung abgeschlossen wurde, sollten die Beschäftigten an ihrem alten Arbeitsplatz wieder voll einsatzfähig sein.

Vergleich der Instrumente Betriebliches Eingliederungsmanagement (BEM) — Stufenweise Wiedereingliederung (StW)

Diese Tabelle vergleicht Betriebliches Eingliederungsmanagement (BEM) mit Stufenweiser Wiedereingliederung (StW)

Instrument Betriebliches EingliederungsManagement (BEM) Stufenweise Wiedereingliederung (StW)
Zielsetzung Prävention oder betriebliche Rehabilitation Betriebliche Rehabilitation (Rückkehr an den alten Arbeitsplatz)
Arbeitsunfähigkeit Die Beschäftigten sind nicht zwingend krankgeschrieben. Die Beschäftigten sind immer krankgeschrieben.
Maßnahmenplan Das BEM-Team vereinbart eine oder mehrere Maßnahmen. Die Ärztin oder der Arzt erstellt den Stufenplan.
Arbeitsplatz Das BEM kann am bisherigem, am angepassten oder an einem anderen Arbeitsplatz stattfinden. Die Stufenweise Wiedereingliederung findet am bisherigen Arbeitsplatz statt.
Pflicht Wenn die Voraussetzungen vorliegen, sind Arbeitgebende dazu verpflichtet, ein BEM anzubieten. In besonderen Fällen dürfen Arbeitgebende die StW aus Gründen der Unzumutbarkeit ablehnen.
Mitwirkungsrecht Die betriebliche Interessenvertretung hat bestimmte Informations- und Mitwirkungsrechte. Die betriebliche Interessenvertretung hat keinerlei Mitwirkungsrechte.
Sonstiges   Die Stufenweise Wiedereingliederung kann eine Maßnahme im Rahmen des BEM sein.

Recht auf Stufenweise Wiedereingliederung im Rahmen eines BEM?

Arbeitgebende müssen der Stufenweisen Wiedereingliederung zustimmen. Die neuere Rechtsprechung empfiehlt Unternehmen, die (ärztlich empfohlene) Stufenweise Wiedereingliederung von Beschäftigten möglichst zu unterstützen – insbesondere dann, wenn sich diese als Maßnahme im Rahmen eines Betrieblichen Eingliederungsmanagements (BEM) anbietet. Verweigern Arbeitgebende ihre Zustimmung, kann es sein, dass Beschäftigte Schadensersatzansprüche anmelden (siehe LAG Hamm, Urteil vom 04.07.2011 – Aktenzeichen 8 Sa 726/11).

Wichtig

Beschäftigte mit anerkannter Schwerbehinderung haben einen Rechtsanspruch auf Stufenweise Wiedereingliederung.

Abgesehen davon können Unternehmen auch verpflichtet sein, ihren schwerbehinderten Beschäftigten die „behinderungsgerechte (Weiter-)Beschäftigung“ zu ermöglichen.

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