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Jobcoaching am Arbeitsplatz

Jobcoaching am Arbeitsplatz (auch: betriebliches Arbeitstraining) ist ein betriebsintegriertes Arbeitstraining, das von einer externen Fachkraft („Jobcoach”) durchgeführt wird und speziell auf eine Person und ihren Praktikums-, Ausbildungs- oder Arbeitsplatz zugeschnitten ist.

REHADAT-kompakt

Wir haben alles Wichtige zum Thema Jobcoaching in einem zweiseitigen PDF zusammengefasst.

Wie ist der Ablauf?

Die Gründe für ein Jobcoaching sind vielfältig. Das Ziel dabei ist immer, für den Einzelfall die individuell richtigen Trainingsinhalte umzusetzen, damit der Job gemacht werden kann.

Der Ablauf kann grob in drei Schritten dargestellt werden: Anlässe und Situatuationen erkennen, Beantragung und Durchführung.

Anlässe und Situationen erkennen

Unternehmen und Arbeitnehmende müssen sich einig sein, dass das Jobcoaching bei der Neueinstellung oder zum Erhalt des Arbeitsplatzes eine sinnvolle Maßnahme ist. Die Idee für ein Jobcoaching entsteht in der Regel, wenn Unternehmen Unterstützung für die (Weiter)Beschäftigung von Mitarbeitenden mit Behinderungen suchen – beispielsweise im Gespräch mit der Schwerbehindertenvertretung, der Betriebsärztin oder dem Betriebsarzt oder einem Fachdienst. 

Beispiele:

  • Behinderungsbedingt lässt die Arbeitsfähigkeit nach.
  • Aufgaben können nicht eigenständig strukturiert und zu Ende geführt werden.
  • Beschäftigte müssen für den Arbeitsalltag neue relevante Fertigkeiten erlernen.
  • Firmeninterne Abläufe und Regelungen stimmen nicht mit den Bedürfnissen und Möglichkeiten von Beschäftigten überein.
  • Betriebsabläufe und/oder die Zusammenarbeit im Team sind gestört.
  • Führungskräften und Team fehlt es an Erfahrung im Umgang mit krankheits- bzw. behinderungsspezifischen Hintergründen.

Beantragung

Jobcoaching wird von den Mitarbeitenden beim entsprechenden Leistungsträger in Absprache mit dem Unternehmen beantragt. Es kann von den Reha-Trägern oder (im Falle von schwerbehinderten und ihnen gleichgestellten Menschen) von den Integrationsämtern/Inklusionsämtern bewilligt werden.

An wen richtet sich Jobcoaching? 

  • Mitarbeitende, die weiter in ihrem bisherigen Job arbeiten wollen.
  • Mitarbeitende, die innerhalb des Unternehmens in einen anderen Job wechseln.
  • Mitarbeitende, die nach Krankheit zurück in das Unternehmen kommen.
  • Neu angestellte Mitarbeitende
  • Menschen, die aus einer Werkstatt für behinderte Menschen auf den allgemeinen Arbeitsmarkt wechseln.
  • Auszubildende
  • Selbstständige
  • Praktikantinnen und Praktikanten (z. B. im Rahmen Unterstützter Beschäftigung)

Voraussetzungen

  • Infolge gesundheitlicher Beeinträchtigungen oder Behinderungen besteht ein besonderer Unterstützungsbedarf.
  • Die Beschäftigung umfasst mindestens 15 Wochenarbeitsstunden (in Inklusionsbetrieben mindestens 12 Wochenarbeitsstunden).

Wenn der Antrag auf Jobcoaching beim entsprechenden Leistungsträger genehmigt und ein passender Jobcoach gefunden und beauftragt wurde, kann die Trainerin oder der Trainer (Jobcoach) mit der Arbeit beginnen.

Durchführung

Jobcoaches analysieren die Arbeitssituation genau, geben Tipps und entwickeln in Zusammenarbeit mit allen Beteiligten Strategien, mit denen die vorhandenen Probleme gelöst werden könnten.

Am Anfang vereinbaren Jobcoach und Unternehmen eine Zielvereinbarung.

Der Jobcoach besucht die zu coachende Person regelmäßig am Arbeitsplatz:
anfangs mehrmals die Woche für ein bis vier Stunden, dann immer seltener.

Im Durchschnitt dauert ein Coaching sechs bis acht Monate, bis keine Begleitung mehr notwendig ist.

Vorteile für Unternehmen und Beschäftigte

Vorteile für Unternehmen

  • Fachkundige Unterstützung: Jobcoaches bringen nicht nur Kenntnisse über die Auswirkungen von gesundheitlichen und behinderungsbedingten Einschränkungen mit, sondern bieten auch praxisnahe Lösungen, um den Inklusionsprozess reibungslos zu gestalten.
  • Arbeitsplatzsicherheit: Durch die individuelle Anpassung an neue oder geänderte Arbeitsprozesse tragen Jobcoaches dazu bei, Stärken auszuspielen, die Leistungsfähigkeit der Beschäftigten zu erhalten und langfristige Arbeitsverhältnisse zu sichern.
  • Effektive Kommunikation: Jobcoaches fördern eine offene Kommunikation zwischen allen Beteiligten, einschließlich der Beschäftigten, Kolleginnen und Kollegen sowie Arbeitgeberinnen oder Arbeitgeber, um ein unterstützendes Arbeitsumfeld zu schaffen.
  • Kostenersparnis: Jobcoaching kann langfristig Kosten durch die Vermeidung von frühzeitigen Renteneintritten oder Fluktuationen aufgrund ungelöster Herausforderungen am Arbeitsplatz reduzieren.

Vorteile für Beschäftigte

  • Individuelle Unterstützung: Jobcoaching bietet maßgeschneiderte Hilfe, um individuelle gesundheitliche oder behinderungsbedingte Herausforderungen am Arbeitsplatz zu bewältigen.
  • Potenzialentfaltung: Durch gezielte Unterstützung helfen Jobcoaches den Beschäftigten, ihre Fähigkeiten und Potenziale zu erkennen und optimal einzusetzen, um erfolgreich im Beruf zu sein.
  • Eingliederung und Akzeptanz: Jobcoaches tragen dazu bei, dass sich Beschäftigte in den Arbeitsablauf integrieren und fördern ein positives Arbeitsumfeld, das von Akzeptanz und Verständnis geprägt ist.
  • Berufliche Entwicklung: Die Zusammenarbeit mit Jobcoaches kann dazu beitragen, berufliche Fähigkeiten zu verbessern und den Weg für beruflichen Fortschritt und Wachstum zu ebnen.