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Werkstätten für behinderte Menschen

Werkstätten für behinderte Menschen (WfbM) sind Einrichtungen der beruflichen Rehabilitation. Ihre Aufgabe ist die Umsetzung der Teilhabe am Arbeitsleben für die dort beschäftigten Menschen mit Behinderungen.

Die Werkstätten sind verpflichtet, allen Menschen mit Behinderungen – unabhängig von Art und Schwere der Behinderung – einen Arbeitsplatz anzubieten, wenn folgende Voraussetzungen erfüllt sind:

  • Die Beschäftigten mit Behinderungen müssen im Arbeitsbereich der WfbM ein „Mindestmaß an wirtschaftlich verwertbarer Arbeit“ leisten können.
  • Es darf kein außerordentlicher Pflegebedarf vorliegen.
  • Es darf von den Beschäftigten mit Behinderungen keine Fremd- oder Eigengefährdung ausgehen.

Wenden Sie sich an das Reha-Team Ihrer Arbeitsagentur, wenn Sie in einer Werkstatt lernen und arbeiten möchten. Dort erhalten Sie auch Infos über Bildungsangebote und Aufnahmetermine.

Werden Sie in die WfbM aufgenommen, durchlaufen Sie zunächst das Eingangsverfahren. Hier wird geschaut, ob die WfbM auch wirklich die richtige Einrichtung für Sie ist.

Anschließend kommen Sie in den Berufsbildungsbereich (BBB): Hier erwerben Sie berufliche Kenntnisse und Fertigkeiten. Sie lernen die unterschiedlichen Arbeitsfelder der WfbM kennen und werden regelmäßig zu Ihren Berufswünschen befragt.

Während der 24 Monate im Berufsbildungsbereich entscheidet sich in der Regel, ob Sie anschließend im Arbeitsbereich der WfbM eingesetzt werden oder ob ein Außenarbeitsplatz oder eine Vermittlung auf den allgemeinen Arbeitsmarkt infrage kommt.

Für Menschen mit hohem Unterstützungsbedarf, die mit den Tätigkeiten im Berufsbildungs- und  Arbeitsbereich der Werkstatt überfordert sind, gibt es in den WfbM häufig einen speziellen Förder- und Betreuungsbereich. Einige Werkstätten verfügen auch über Tagesförderstätten
Die Menschen mit hohem Unterstützungsbedarf erhalten dort eine besonders intensive Begleitung, Förderung und Pflege. Die Vermittlung von Tagesstruktur und lebenspraktischen Fähigkeiten nimmt neben leichten Produktionsarbeiten einen wesentlichen Teil der Arbeit in diesem Bereich ein.

Aufgaben der WfbM

Werkstätten für behinderte Menschen (WfbM) sind Einrichtungen der beruflichen Rehabilitation. Ihre Aufgabe ist die Umsetzung der Teilhabe am Arbeitsleben für die dort beschäftigten Menschen mit Behinderungen.

Ziel der Werkstatt ist es, die individuelle Leistungsfähigkeit der Beschäftigten zu entwickeln, wiederzugewinnen und so zu erhöhen, dass sie entweder in der Werkstatt ein Mindestmaß an wirtschaftlich verwertbarer Arbeitsleistung erbringen oder sogar ins Erwerbsleben eingegliedert werden können. Die Werkstatt-Beschäftigten werden dabei von qualifiziertem Personal und von begleitenden Diensten betreut und individuell gefördert.

Zu den Aufgaben der WfbM zählt es, Menschen mit Behinderungen

  • eine angemessene berufliche Bildung zu vermitteln,
  • möglichst vielfältige Berufsbildungs- und Arbeitsplätze anzubieten,
  • ein angemessenes Arbeitsentgelt zu bezahlen,
  • bei der Entwicklung der Persönlichkeit zu fördern,
  • ausgelagerte Plätze auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt anzubieten,
  • bei Eignung den Übergang auf den allgemeinen Arbeitsmarkt zu ermöglichen.

Die Aufgaben der WfbM werden im § 219 SGB IX beschrieben.

Interessenvertretung

Die Bundesarbeitsgemeinschaft Werkstätten für behinderte Menschen (BAG WfbM) ist die bundesweite Interessenvertretung der Werkstätten.

Mit Außenarbeitsplätzen und Praktika auf den allgemeinen Arbeitsmarkt

Jede Werkstatt hat den gesetzlichen Auftrag, den Übergang geeigneter Personen auf den allgemeinen Arbeitsmarkt zu fördern. Dabei sollen Beschäftigungsmöglichkeiten außerhalb der Werkstatt helfen. Dazu zählen sogenannte Außenarbeitsplätze und Praktika.

Alternativen zur WfbM

Welche Alternativen gibt es zur Qualifizierung und Beschäftigung in der Werkstatt?

  • Budget für Ausbildung
  • Budget für Arbeit
  • Qualifizierung und Beschäftigung bei einem anderen Leistungsanbieter
  • Beschäftigung bei einem Inklusionsbetrieb
  • Individuelle betriebliche Qualifizierung im Rahmen der Unterstützten Beschäfigung (InbeQ) 

 

Das Budget für Ausbildung bietet Menschen mit Behinderungen eine Alternative zum Eingangsverfahren und Berufsbildungsbereich einer WfbM. Seit 2022 kann es auch von Beschäftigten im Arbeitsbereich einer WfbM in Anspruch genommen werden. Das Budget für Ausbildung soll Menschen mit Behinderungen eine reguläre Berufsausbildung auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt ermöglichen. Das Budget für Ausbildung kann genutzt werden, wenn ein Angebot für eine Ausbildungsstelle vorliegt.

Das Budget für Ausbildung umfasst Geld für eine Anleitung und Begleitung am Ausbildungsplatz und in der Berufsschule. Außerdem sieht es eine Erstattung der Ausbildungsvergütung vor. Der zuständige Träger der beruflichen Rehabilitation (in der Regel die Agentur für Arbeit) soll Interessierte bei der Suche nach einem Ausbildungsplatz unterstützen.

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