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Inklusionsbetriebe

Inklusionsbetriebe sind Unternehmen des allgemeinen Arbeitsmarktes mit besonderem sozialen Auftrag. Sie bieten Qualifizierungsmöglichkeiten und sozialversicherungspflichtige Arbeitsverhältnisse für Menschen mit Behinderungen, deren berufliche Teilhabe besonders erschwert ist.

Vielfältig inklusiv

Inklusionsbetriebe können rechtlich selbstständige Unternehmen sein oder rechtlich unselbstständige unternehmensinterne Betriebe oder Abteilungen. Inklusionsbetriebe und Inklusionsabteilungen bieten Arbeitsplätze in den verschiedensten Branchen an. Dabei erhalten die Beschäftigten bei Bedarf Unterstützung, beispielsweise durch arbeitsbegleitende Betreuung oder Qualifizierungsmaßnahmen. Neben regulären Arbeitsplätzen gibt es in manchen Inklusionsbetrieben die Möglichkeit der stundenweisen Beschäftigung im Modell des „Zuverdienstes".

Bei Bedarf leisten Inklusionsbetriebe auch Hilfe bei der Vermittlung in eine andere Beschäftigung auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt. 

Personenkreis und Zielgruppen

Inklusionsbetriebe richten sich an schwerbehinderte Menschen, deren berufliche Teilhabe auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt auf besondere Schwierigkeiten stößt. Vermittlungshemmende Faktoren können schwere geistige, seelische, Körper-, Sinnes- oder Mehrfachbehinderungen sein, die sich im Arbeitsleben besonders nachteilig auswirken.

Zu den Zielgruppen zählen auch schwerbehinderte Menschen, die nach dem  Besuch einer WfbM oder einer psychiatrischen Einrichtung für den Übergang auf den allgemeinen Arbeitsmarkt vorbereitet werden sollen.

Erweitert wurde der Personenkreis auf psychisch kranke Menschen, die eine Behinderung haben oder von Behinderung bedroht sind und deren Teilhabe an einer sonstigen Beschäftigung auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt auf besondere Schwierigkeiten stößt.

Mindestquote

Inklusionsbetriebe sollen mindestens 30 Prozent schwerbehinderte Menschen beschäftigen. Der Anteil der schwerbehinderten Menschen soll in der Regel 50 Prozent nicht übersteigen (§ 215 Absatz 3 SGB IX).

Zur Mindestquote zählen auch psychisch erkrankte Menschen ohne anerkannte Schwerbehinderung sowie Beschäftigte mit 12 Wochenstunden Beschäftigungsumfang.

Anerkennungsverfahren und Förderung

Für Inklusionsbetriebe wird anders als bei Werkstätten für behinderte Menschen kein förmliches Anerkennungsverfahren durchgeführt. Als Nachweis für die Eigenschaft als Inklusionsbetrieb dient in der Regel der Bescheid des zuständigen Integrations-/Inklusionsamtes über erbrachte Leistungen nach § 217 SGB IX (Leistungsbescheid) sowie im Falle einer Beschäftigung psychisch kranker Menschen, der Leistungsbescheid des zuständigen Rehabilitationsträgers (§ 68 Abgabenordnung).

Neben der investiven Förderung können sie, wie andere Unternehmen mit schwerbehinderten Beschäftigten auch, Geldleistungen beantragen, wenn ein besonderer Aufwand entsteht (z.B. für behinderungsgerechte Gestaltung von Arbeitsplätzen, Ausgleich für Minderleistungen, notwendige personelle Unterstützung oder arbeitsbegleitende, psychosoziale Unterstützung).

Die wichtigsten Kostenträger bei der Gründung und Förderung von Inklusionsbetrieben sind die Integrations-/Inklusionsämter des jeweiligen Bundeslandes. Eventuelle weitere Kostenträger in der Startphase können die Agentur für Arbeit sein oder das Jobcenter sowie Stiftungen. Unterschiedlich nach Bundesland kann es zudem besondere Sonderförderprogramme oder kommunale Zuschüsse geben zur Förderung von Inklusionsbetrieben. Der REHADAT-Förderfinder informiert zu entsprechenden Förderprogrammen durch Eingabe des Begriffe Inklusionsbetrieb im Freitextfeld des Filters.