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Sonderförderprogramme des Bundes und der Länder

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Neben der sogenannten Regelförderung, die u. a. in den Sozialgesetzbüchern (SGB) oder der Schwerbehinderten-Ausgleichsabgabeverordnung (SchwbAV) beschrieben ist, legen der Bund und die Länder regelmäßig Sonderförderprogramme auf, die zeitlich befristet sind.

In den Jahren 2011 bis 2018 stellt beispielsweise der Bund mit der "Initiative Inklusion" insgesamt zusätzlich 140 Millionen Euro mit dem Ziel, mehr schwerbehinderte Menschen in reguläre Arbeitsverhältnisse zu vermitteln, zur Verfügung. Das Programm der Inklusionsinitiative II "AlleImBetrieb" stellt für die Jahre 2016 bis 2019 insgesamt 150 Millionen Euro aus dem Ausgleichsfonds bereit.

Initiative Inklusion

Die Initiative ist Teil des Nationalen Aktionsplans zur Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention. Sie wird in enger Kooperation des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales und der Arbeits- und Sozialministerien der Bundesländer umgesetzt. Ziel der "Initiative Inklusion" ist es, mehr reguläre Arbeitsverhältnisse für schwerbehinderte Menschen zu erschließen, damit sie – im Sinne einer inklusiven Teilhabe am Arbeitsleben – zusammen mit nicht behinderten Menschen arbeiten.

Die Schwerpunkte liegen auf folgenden Handlungsfeldern:

  • Berufliche Orientierung für schwerbehinderte Schülerinnen und Schüler
    Jährlich sollen 10.000 schwerbehinderte Jugendliche aus der Schule in die Ausbildung begleitet werden. 
  • Förderung der betrieblichen Ausbildung schwerbehinderter Jugendlicher in anerkannten Ausbildungsberufen
    Es sollen 1.300 neue betriebliche Ausbildungsplätze für die Zielgruppe auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt geschaffen werden.  
  • Förderung der Beschäftigung älterer (über 50-jähriger) arbeitsloser oder arbeitssuchender schwerbehinderter Menschen
    Für diesen Personenkreis sollen 4.000 neue Arbeitsplätze auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt geschaffen werden.
  • Förderung der Inklusionskompetenz der Kammern

Bundes-Förderprogramm "Inklusionsinitiative II – AlleImBetrieb"

Das Bundesministerium für Arbeit und Soziales hat mit dem Bundesprogramm "Inklusionsinitiative II – AlleImBetrieb" ein Programm aufgelegt, das ermöglicht, zusätzliche Arbeits- und Ausbildungsplätze in bestehenden oder neuen Integrationsfirmen nach § 132 SGB IX zu schaffen.

Für das Programm "AlleImBetrieb" werden für die Jahre 2016 bis 2019 insgesamt 150 Millionen Euro aus dem Ausgleichsfonds zur Verfügung gestellt. Die Förderung erfolgt über die Integrationsämter der Länder.

Voraussetzung für eine Förderung einer Integrationsfirma ist, das neue Arbeits- oder Ausbildungsplätze für schwerbehinderte Menschen im Sinne des § 132 Abs. 2 SGB IX geschaffen werden.

Aus den Mitteln können erbracht werden:

  • Finanzielle Leistungen für den Aufbau, die Erweiterung, Modernisierung und Ausstattung einschließlich einer betriebswirtschaftlichen Beratung und für besonderen Aufwand nach § 134 SGB IX und
  • Leistungen bei außergewöhnlichen Belastungen nach § 27 Schwerbehinderten-Ausgleichsverordnung (SchwbAV)

Autorin / Autor: (ku) 2017