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Rehabilitationsträger und Integrationsamt

Zuständigkeit

Ob ein Rehabilitationsträger (und wenn ja, welcher?) oder das Integrationsamt zuständig ist, ist nicht immer klar geregelt. Um diesen Umstand gerecht zu werden gibt es zum einen die "Zwei-Wochen-Regelung" zur Klärung der Zuständigkeit (§14 SGB IX), und die "Gemeinsamen Servicestellen" als zentrale Anlaufstelle für Arbeitgeber/-innen und betroffene behinderte Menschen. Außerdem gibt es eine Vewaltungsabsprache zwischen den Integrationsämtern (BIH) mit den Rehabilitationsträgern, die die Zuständigkeitsklärung vereinfachen soll.

Welcher Rehabilitationsträger zuständig ist, richtet sich in der Regel nach der Ursache der Behinderung (z. B. Arbeitsunfall) und nach dem Umfang der Versicherungszeiten:

  • Bei weniger als 15 Jahren sozialversicherungspflichtiger Beschäftigung und bei Auszubildenden ist die Agentur für Arbeit oder das Jobcenter zuständig. Das Jobcenter ist eine gemeinsame Einrichtung der Bundesagentur für Arbeit und eines kommunalen Trägers ("SGB II-Träger").
  • Bei über 15 Jahren sozialversicherungspflichtiger Beschäftigung ist die Rentenversicherung zuständig.
  • Für die berufliche Wiedereingliederung nach Arbeits- und Wegeunfällen oder Berufskrankheiten sind die Träger der gesetzlichen Unfallversicherung (Berufsgenossenschaften) zuständig.
  • Die Krankenkassen fördern in der Regel nur dann, wenn es sich beispielsweise um Hilfsmittel der medizinischen Rehabilitation handelt, die sowohl im Alltag als auch im Berufsleben genutzt werden (zum Beispiel orthopädische Schuhe oder Hörgeräte).
  • Die Integrationsämter fördern i. d. R. begleitende Hilfen im Arbeitsleben für schwerbehinderte Mitarbeiter/innen.

Dies ist nur eine Faustregel, in Einzelfällen kann es auch hier zu Abweichungen kommen.

Rehabilitationsträger

Zu den Rehabilitationsträger zählen die Institutionen, die Leistungen zur sozialen, medizinischen oder beruflichen Rehabilitation durchführen und erbringen. Wer hierzu zählt, ist in § 6 Abs. 1 SGB IX aufgeführt:

  • Träger der gesetzlichen Krankenversicherung
  • Bundesagentur für Arbeit
  • Träger der gesetzlichen Unfallversicherung
  • Träger der gesetzlichen Rentenversicherung
  • Träger der Kriegsopferversorgung und Kriegsopferfürsorge
  • Träger der öffentlichen Jugendhilfe
  • Träger der Sozialhilfe

Integrationsämter

Das "Amt für die Sicherung der Integration schwerbehinderter Menschen im Arbeitsleben" (Integrationsamt) führt in den Ländern gemeinsam mit der Bundesagentur für Arbeit Maßnahmen durch, die Arbeitgeber/-innen bei der Umsetzung der besonderen Regelungen zur Teilhabe schwerbehinderter Menschen im Arbeitsleben unterstützen (§ 101 SGB IX).

Die Integrationsämter unterstützen im Rahmen der Begleitenden Hilfe im Arbeitsleben Arbeitgeber/- innen und schwerbehinderte Menschen durch finanzielle Leistungen. Ziel ist es, die Chancen auf eine betriebliche Teilhabe am Arbeitsleben zu verbessern.

Gemeinsame Servicestellen

Die Gemeinsamen Servicestellen bilden ein gemeinschaftliches, ortsnahes Beratungs- und Unterstützungsangebot aller Rehabilitationsträger. Sie dienen als Anlaufstelle, in der Betroffene trägerübergreifend und anbieterneutral umfassende Beratung und Unterstützung finden sollen. Für den Personenkreis der schwerbehinderten und gleichgestellten Menschen umfasst ihre Aufgabenstellung auch die Klärung des Hilfebedarfs nach dem Schwerbehindertenrecht. Die Integrationsämter werden dabei beteiligt.

Obwohl die Servicestellen bundesweit installiert wurden, werden sie von den betroffenen Menschen regional sehr unterschiedlich stark genutzt.

Autorin / Autor: (ku) 2017