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Begleitende Hilfe im Arbeitsleben SGB IX

Die begleitende Hilfe im Arbeitsleben gehört zu den Aufgaben des Integrationsamtes und richtet sich an schwerbehinderte und diesen gleichgestellte behinderte Menschen (§ 102 SGB IX). Die begleitende Hilfe wird in enger Zusammenarbeit mit der Bundesagentur für Arbeit und den anderen Rehabilitationsträgern durchgeführt. Die Maßnahmen haben das Ziel, dass schwerbehinderte Menschen sich am Arbeitsplatz und im Wettbewerb mit nicht behinderten Menschen behaupten können. Sie sollen dabei unterstützt werden, ihre Fähigkeiten und Kenntnisse voll zu verwerten und weiterzuentwickeln. Die begleitende Hilfe kann auch als Geldleistung an den schwerbehinderten Menschen und an deren Arbeitgeber/-innen gehen (§ 102 Absatz 3 SGB IX).

Die Leistung wird auch an befristete oder in Teilzeit Beschäftigte mit mindestens 15 Stunden wöchentlicher Arbeitszeit geleistet. Das Integrationsamt beauftragt häufig Integrationsfachdienste oder andere psychosoziale Einrichtungen und Organisationen um betroffene schwerbehinderte Menschen auch über eine Geldleistung hinaus zu unterstützen. Arbeitgeber/-innen und Arbeitnehmervertreter/-innen werden mit Schulungs- und Bildungsmaßnahmen sowie Beratungen (zum Beispiel durch Berater und Beraterinnen bei den Kammern) unterstützt. Die Aufgaben des Integrationsamtes und deren Leistungen sind in § 102 SGB IX ausführlich beschrieben.

Leistungen an schwerbehinderte Menschen

Geldleistungen werden erbracht:

  • für technische Arbeitshilfen
  • zum Erreichen des Arbeitsplatzes
  • zur Gründung und Erhaltung einer selbstständigen beruflichen Existenz
  • zur Beschaffung, Ausstattung und Erhaltung einer behinderungsgerechten Wohnung
  • zur Teilhabe an Maßnahmen zur Erhaltung und Erweiterung beruflicher Kenntnisse und Fertigkeiten
  • in besonderen Lebenslagen

Schwerbehinderte Menschen haben im Rahmen der begleitenden Hilfe auch Anspruch auf Übernahme der Kosten einer Berufsbegleitung sowie auf Übernahme der Kosten einer notwendigen Arbeitsassistenz.

Leistungen an Arbeitgeber/-innen

Geldleistungen werden erbracht:

  • zur behinderungsgerechten Einrichtung von Arbeits- und Ausbildungsplätzen schwerbehinderter Menschen
  • für Zuschüsse zu Gebühren, insbesondere Prüfungsgebühren, bei der Berufsausbildung besonders betroffener schwerbehinderter Jugendlicher und junger Erwachsener
  • für Pämien und Zuschüsse zu den Kosten der Berufsausbildung behinderter Jugendlicher und junger Erwachsener, die für die Zeit der Berufausbildung schwerbehinderten Menschen gleichgestellt sind
  • für Prämien zur Einführung eines Betrieblichen Eingliederungsmanagements (BEM)
  • für außergewöhnliche Belastungen bei Beschäftigung von besonders betroffenen schwerbehinderten Menschen und bei Menschen, die im Anschluss an eine Beschäftigung in einer WfbM eingestellt werden

Autorin / Autor: (ku) 2017