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Leistungen und Hilfen für behinderte Arbeitnehmer

Arbeitnehmer, deren Krankheit oder Behinderung sich einschränkend auf die Ausübung der beruflichen Tätigkeit auswirkt, können nach dem SGB IX Leistungen zur Teilhabe am Arbeitsleben in Anspruch nehmen (SGB IX § 33). Durch diese Leistungen soll der betroffene Arbeitnehmer wieder in die Lage versetzt werden, seine arbeitsvertraglichen Aufgaben selbstständig zu erledigen. Ziel ist es hierbei, den häufig von Kündigung bedrohten Arbeitsplatz zu erhalten und auf Dauer zu sichern.

Zu den Leistungen gehören medizinische, berufliche, psychologische und pädagogische Leistungen, die durch den jeweils zuständigen Rehabilitationsträger erbracht werden. Für Arbeitnehmer, die sich in einem ungekündigten Arbeitsverhältnis befinden, sind dies zumeist die Träger der Rentenversicherung, Unfallversicherung oder in Ausnahmefällen, falls kein anderer Leistungsträger zuständig ist, die Arbeitsagenturen. Auch die örtlichen Fürsorgestellen oder Integrationsämter kommen als Leistungsträger in Betracht.

Arbeitnehmer können folgende Leistungen für die Erhaltung ihres Arbeitsplatzes in Anspruch nehmen:

Grundsätzlich gilt:

  • Alle Leistungen müssen vor der Inanspruchnahme beantragt und genehmigt werden.
  • Die Notwendigkeit der Leistung wird durch die Fachkräfte der Leistungsträger geprüft (z. B. durch den technischen Beratungsdienst oder Integrationsfachdienst).
  • Alle Leistungen zur Teilhabe bedürfen der Zustimmung des Leistungsberechtigten.
  • Die Art und Höhe einer Leistung wird immer für den Einzelfall entschieden.

 

Bei der Auswahl der Leistungen zur Teilhabe am Arbeitsleben müssen die Eignung, Neigung und bisherige Tätigkeit des behinderten Menschen und die Lage und Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt berücksichtigt werden. Eine Förderung erfolgt nur, wenn sie erforderlich und geeignet ist, den betroffenen Arbeitnehmer entsprechend seiner Leistungsfähigkeit langfristig (wieder)einzugliedern.

Die Rehabilitationsträger erbringen die Leistungen im Rahmen der für sie geltenden Rechtsvorschriften nach Lage des Einzelfalls. Bei der Ausführung der Leistungen sollen die berechtigten Wünsche des Leistungsberechtigten berücksichtigt werden (SGB IX § 9).

Leistungen für schwerbehinderte Arbeitnehmer

Schwerbehinderte und gleichgestellte Arbeitnehmer und ihre Arbeitgeber können zudem Leistungen im Rahmen der Begleitenden Hilfe im Arbeitsleben erhalten (SGB IX § 102). Auch diese Leistungen werden von den Integrationsämtern je nach Notwendigkeit im Einzelfall gewährt. Eine ausführliche Beschreibung aller Leistungen die Arbeitgeber in Anspruch nehmen können, werden in der Rubrik Arbeitgeber beschrieben.

Leistungen der medizinischen Rehabilitation

Auch Leistungen der medizinischen Rehabilitation, wie die stufenweise Wiedereingliederung und die Belastungserprobung nach einem Arbeits- oder Wegeunfall, sind geeignete Maßnahmen, um langzeiterkrankte Arbeitnehmer wieder schrittweise an ihren jeweiligen Arbeitsplatz zu integrieren.

Im Kapitel Lange und oft krank. Was jetzt? erfahren Sie mehr zur Wiedereingliederung von langzeiterkrankten Arbeitnehmern.

(me)

 
 

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