Der Arbeitgeber sollte sich bereits vor Arbeitsbeginn einige Gedanken zur Integration des neuen Kollegen machen. Möglicherweise sind die zukünftigen Kollegen unsicher im Umgang mit einem behinderten Menschen oder sie haben Angst vor einer Mehrbelastung oder Sonderbehandlung.
Hier sollten offene Worte, natürlich in Absprache mit dem neuen Mitarbeiter, und klare Regelungen nicht gescheut werden. Vielleicht könnte sich für die erste Zeit im Betrieb ein "Coach" im Kollegenkreis finden lassen, der als erster Ansprechpartner für den neuen Mitarbeiter dient. Ziel sollte auf jeden Fall ein offenes und tolerantes Miteinander sein.
Falls es erforderlich ist, könnte auch die Unterstützung eines Integrationsfachdienstes in Anspruch genommen werden. Die Fachdienste helfen bei der Integration des behinderten Mitarbeiters am Arbeitsplatz und klären Vorgesetzte und Kollegen auf.
Viele Unsicherheiten lassen sich durch einfache Schritte beseitigen. Ein Beispiel für einen hörbehinderten Kollegen: In einem Seminar können allen Beteiligten verschiedene Kommunikationsformen vorgestellt werden, wie Gebärdensprache, Fingeralphabet, das Aufschreiben von Texten oder das Ablesen von den Lippen.
Die bayerischen Integrationsämter stellen im Internet ein nützliches und umfangreiches Beratungsangebot zu Behinderungen im Arbeitsleben zur Verfügung. Sortiert nach unterschiedlichen Behinderungsarten findet man dort auch viele Hinweise zum Umgang zwischen behinderten und nicht-behinderten Kollegen.
(me)