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Das Portal zu Arbeitsleben und Behinderung

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Sonderförderprogramm Baden-Württemberg

AKTION 1000 - Perspektive 2020

Laufzeit:01.01.2014 bis 31.12.2020
Zielgruppe:(schwer-)behinderte Menschen, die auf besondere schulische, berufsschulische oder berufliche Unterstützung angewiesen sind
Ansprechpartner:Kommunalverband für Jugend und Soziales Baden-Württemberg (KVJS) (siehe unter "Kontaktadressen" - rechte Spalte)

Junge Menschen mit erheblichen funktionalen Einschränkungen sollen auf dem Weg zu einem selbstbestimmten und eigenverantwortlichen Leben systematisch unterstützt werden. Insbesondere soll die individuelle berufliche Teilhabe am allgemeinen Arbeitsmarkt erreicht werden.

Bis zum 31.12.2020 sollen die Strukturen und Angebote hierzu weiterentwickelt und die bisher erreichten Wirkelemente verstetigt werden.
Es sollen langfristig alle (schwer-)behinderten jungen Menschen erreicht werden, die wegen der Auswirkungen ihrer funktionalen Schädigung auf besondere schulische, berufsschulische oder berufliche Unterstützung angewiesen sind.

Eckpunkte:

  1. Die Kooperations- und Vernetzungsstrukturen aus der Aktion 1000plus sollen verstetigt und weiterentwickelt werden.
  2. Die lokalen Netzwerkkonferenzen (NWK) sollen erweitert werden, behinderungs- bzw. angebotsspezifische Arbeitsgruppen sollen eingesetzt werden.
  3. Auch junge Menschen mit schweren und mehrfachen Behinderungen sollen bei der beruflichen Orientierung durch eine individuelle Berufswegeplanung auf Grundlage der Berufswegekonferenz unterstützt werden können. Die individuelle Berufswegeplanung soll mit den Materialien aus dem Kompetenzinventar vorbereitet, begleitet und ausgewertet werden. Dies gilt auch und insbesondere für junge Menschen die nicht oder noch nicht auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt erprobt, qualifiziert und/oder beschäftigt werden können und die deshalb die Aufnahme in den Eingangs- und Berufsbildungsbereich einer WfbM wünschen.
  4. Der Teilhabeausschuss Baden-Württemberg geht weiter davon aus, dass auch junge Menschen mit schweren und mehrfachen Behinderungen nach Beendigung der Schulausbildung durch eine individuelle Förderung im Eingangsverfahren und Berufsbildungsbereich der WfbM angemessen beruflich vorbereitet und qualifiziert werden können, so dass im Anschluss daran die Chance eröffnet werden kann im Arbeitsbereich der WfbM berufliche Teilhabe zu erfahren. Eine unmittelbare Aufnahme aus der Schule in eine Förder- und Betreuungsgruppe soll in der Regel vermieden werden.
  5. Das Kompetenzinventar soll hierzu in zwei Stufen flächendeckend eingeführt werden: Im Schuljahr 2013/2014 sollen die Sonderschulen (und Förderschulen) und ab dem Schuljahr 2014/2015 zunehmend alle allgemeinen Schulen informiert und bei Bedarf eingebunden werden. Damit dies gelingen kann, wird aus Projektmitteln ein landesweites Fortbildungs- und Austauschforum für Multiplikator/innen in Gültstein eingerichtet. Das Forum umfasst in erster Linie Multiplikator/innen aus dem Bereich Schulen. Bei Bedarf können auch Multiplikator/innen aus den Bereichen IFD, Arbeitsagenturen und Eingliederungshilfeträger sowie ggf. aus den WfbM, Berufsbildungswerken oder anderer Beauftragter beteiligt werden.
  6. Junge Menschen mit einer schweren Behinderung, denen auf Grundlage des schulischen Kompetenzinventars Chancen auf die Teilhabe am allgemeinen Arbeitsmarkt eingeräumt werden, können durch die Integrationsfachdienste (IFD) unterstützt werden.
  7. Das Kompetenzinventar sollte auch während der Maßnahmen zur beruflichen Qualifikation (KoBV, andere BvB, Berufsausbildung oder im Berufsbildungsbereich der WfbM) sowie der sich anschließenden beruflichen Teilhabe am allgemeinen Arbeitsmarkt (auch in Integrationsunternehmen), im Arbeitsbereich der WfbM sowie in den Förder- und Betreuungsgruppen fortgeschrieben werden können.
  8. Die „Gemeinsamen Grundlagen zur Förderung von Übergängen für wesentlich behinderte Menschen zum allgemeinen Arbeitsmarkt“ sollen der aktuellen Entwicklung angepasst werden.
  9. Bei der Aufnahme und nachhaltigen Absicherung geeigneter sozialversicherungspflichtiger Arbeitsverhältnisse am allgemeinen Arbeitsmarkt sollen die individuellen Förderbedarfe durch den IFD ermittelt, mit den beteiligten Leistungsträgern abgestimmt und im Teilhabeplan dokumentiert werden. Dabei werden die beruflichen Anforderungen sowie die individuellen Kompetenzen mit Elementen aus dem Kompetenzinventar (Arbeitsanalyse durch den IFD) abgebildet. Die Arbeitgeber erhalten die notwendigen Leistungen wie aus einer Hand (zu Beginn der Beschäftigung noch getrennt, aber abgestimmt später dann aus einer Hand).
  10. Die Förderprogramme des KVJS „Arbeit Inklusiv“ bzw. „Ausbildung Inklusiv“, teilweise finanziert aus Mitteln der Initiative Inklusion, werden- soweit erforderlich – auch bis zum 31.12.2020 verlängert. Zur Erreichung von Arbeits- oder Ausbildungsverhältnissen am allgemeinen Arbeitsmarkt wurden zielgruppenspezifische Förderprogramme entwickelt. Die Förderprogramme des KVJS „Arbeit Inklusiv“ bzw. „Ausbildung Inklusiv“ können derzeit bis zum 31.12.2017 genutzt werden. Arbeitgeber, die sich auf Beschäftigungsverhältnisse mit Menschen aus dieser Zielgruppe beschäftigen, benötigen hierzu Rechts- und Planungssicher-heit. Diese Sicherheit soll den Arbeitgebern auch über den 31.12.2017 hinaus in jedem Fall ermöglicht werden, so dass diese Programme -abhängig von der entsprechenden Gesetzgebung - soweit erforderlich - auch bis zum 31.12.2020 verlängert werden können.
  11. Die gemeinsame Förderung von Arbeitsverhältnissen für wesentliche behinderte Menschen durch das Integrationsamt beim KVJS (Mittel der Ausgleichsabgabe) und die Stadt- und Landkreise (in ihrer Eigenschaft als Träger der Eingliederungshilfe) durch ergänzende Lohnkostenzuschüsse soll zur Anbahnung und Sicherung von Beschäftigungsverhältnissen für wesentliche behinderte Menschen am allgemeinen Arbeitsmarkt weiter ausgebaut werden.
  12. Bei der Implementierung regelhafter Strukturen und Verantwortlichkeiten beim Übergang Schule / Beruf ist eine tragfähige Rechtsgrundlage für eine (Mit-) Finanzierung dieser Leistungen aus Mitteln der Ausgleichsabgabe durch die Länder bzw. die Integrationsämter zu schaffen.
  13. BVE und KOBV sollen inhaltlich, personell und organisatorisch verzahnt werden und als regionales Angebot - wenn möglich an einer öffentlichen Berufsschule – vorgehalten werden. Auch eine umfassendere und systematische Beteiligung der Förderschulen sollte gewährleistet sein. Hier gibt es ebenso noch Entwicklungsbedarf wie beim Zugang von jungen Menschen in eine BVE /KoBV aus inklusiven Bildungsangeboten.
  14. Die Strukturen und Angebote zur Förderung von Übergängen aus Werkstätten für behinderte Menschen zum allgemeinen Arbeitsmarkt sollen so weiterentwickelt werden, dass wesentlich behinderte Menschen in ganz Baden-Württemberg durch vergleichbare, transparente Angebote Chancen zum Übergang nutzen können.
  15. Für die Umvermittlung von Übergängern soll eine neue Förderkonzeption enntwickelt werden.
  16. Die Evaluation der Strukturen, Prozesse und Ergebnisse sowie der Nachhaltigkeit der erreichten Arbeitsverhältnisse wird fortgesetzt. Zusätzlich werden die entsprechenden Strukturen und Unterstützungsprozesse, die mit der Initiative Inklusion – Handlungsfeld 2 – in einer Modellphase entwickelt wurden und die beginnend mit dem Schuljahr 2014/15 Zug um Zug flächendeckend zur Verfügung gestellt werden, systematisch erfasst und ausgewertet. Dabei wird auch die Nachhaltigkeit der erreichten Ausbildungsverhältnisse sowie die daran anschließende berufliche Teilhabe am allgemeinen Arbeitsmarkt evaluiert.

Zur wirksamen Umsetzung des Projektes (inklusive der Verlängerung der Initiative Inklusion) wird eine Kooperationsvereinbarung zwischen dem Ministerium für Kultus, Jugend und Sport, dem Ministerium für Arbeit und Sozialordnung, Familie, Frauen und Senioren, der Re-gionaldirektion der Bundesagentur für Arbeit und dem KVJS-Integrationsamt abgeschlossen.

 

(Se 8/2014)

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