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Prämien und Zuschüsse zu den Kosten der Berufsausbildung behinderter Jugendlicher und junger Erwachsener - Leistungen an Arbeitgeber

Um die Ausbildungssituation von behinderten Jugendlichen zu verbessern, wurde mit der Novellierung des Schwerbehindertenrechts (1. Mai 2004) beschlossen, dass behinderte Jugendliche oder junge Erwachsene für die Dauer ihrer Berufsausbildung schwerbehinderten Menschen gleichgestellt (§ 68 Absatz 4 SGB IX) werden können.

Nach dieser Regelung können auch Arbeitgeber für die Einstellung von behinderten Auszubildenden Zuschüsse erhalten, bei denen der Grad der Behinderung weniger als 30 beträgt oder eine Behinderung noch nicht festgestellt ist. Insbesondere lernbehinderte Jugendliche sollen hierdurch verbesserte Chancen auf eine betriebliche Ausbildung erhalten.

Was kann gefördert werden?

Arbeitgeber, die gleichgestellte Jugendliche oder junge Erwachsene einstellen, können mit Prämien und Zuschüssen zu den Kosten der Berufsausbildung unterstützt werden.

Hinweis: Die Prämien und Zuschüsse sind dabei von den Leistungen der Agentur für Arbeit abzugrenzen, die sich auf Zuschüsse zu den Personalkosten des behinderten Auszubildenden beschränken (§ 73 SGB III).

Wie hoch kann gefördert werden?

Förderhöhe und -dauer richten sich nach den Umständen des Einzelfalles.

Das Integrationsamt Westfalen-Lippe zahlt z. B. einen Betrag von 2.000 Euro als Prämie, wenn ein Arbeitgeber einen behinderten Jugendlichen oder jungen Erwachsenen ausbildet. Zusätzlich zahlt das Integrationsamt Westfalen-Lippe einen Zuschuss zu den Kosten, die für den Arbeitgeber während der Ausbildung anfallen. Das können zum Beispiel Kosten für Bücher oder für Berufskleidung sein. Der Arbeitgeber kann für jedes Jahr der Ausbildung pauschal bis zu 2.000 Euro erhalten.

Unter welchen Voraussetzungen wird gefördert?

Der vom Arbeitgeber eingestellte Auszubildende muss für die Zeit der Berufsausbildung schwerbehinderten Menschen gleichgestellt sein und darf das 27. Lebensjahr noch nicht vollendet haben. Dabei bleibt unberücksichtigt, ob der Arbeitgeber die Beschäftigungspflicht erfüllt oder nicht.

Die Gleichstellung des behinderten Jugendlichen muss durch einen Bescheid der Agentur für Arbeit über Leistungen zur Teilhabe am Arbeitsleben nachgewiesen werden.

Alternativ genügt auch eine Stellungnahme der Agentur für Arbeit, in der die Zugehörigkeit des Auszubildenden zum Kreis der behinderten oder von einer Behinderung bedrohten Personen bestätigt wird.

Rechtsgrundlagen

Die Förderung ist durch das Integrationsamt nach § 102 Absatz 3 Nummer 2 c SGB IX in Verbindung mit § 26 b SchwbAV möglich.

(ku)

Stand: März 2012

 
 

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